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Storyline #001 - #012 - Jay Kreatief [entries|archive|friends|userinfo]
jaykreatief

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Storyline #001 - #012 [Apr. 29th, 2008|11:02 am]
jaykreatief

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Nur der Vollständigkeit halber. Müsst ihr nicht lesen...

Autor: Jay
Titel: Abends
Prompt: #001 Abends
Genre: Kurzgeschichte
FSK: 0
Anmerkung/Copyright: (c) by Jay

Der Mond scheint durch den kleinen Spalt des dicken, schwarzen Vorhangs. Die Lady liegt in ihrem großen, wuchtigen Himmelbett und starrt auf den dunkelblauen Baldachin. Sie will schon lange mal mit James reden, ob er nicht mal ein paar Sterne auf den dunklen Stoff nähen könnte. Dann hätte sie immer die Möglichkeit sie zu beobachten. Sie liebt diese wunderbaren, strahlenden Himmelskörper. Von ihnen bekommt sie das Gefühl absoluter Freiheit und Glückseeligkeit.
Die Lady liegt ganz starr auf der harten Matratze. Die dicke Decke ist an den Seiten fest unter ihren Körper gestopft und selbst wenn sie wollte, sie könnte sich nicht bewegen. Ihr Blick wandert zum kleinen Spalt im Vorhang. Es ist Vollmond. Der Himmel ist klar. Sie könnte jetzt aufstehen und sich die echten Sterne ansehen. Könnte… wenn sie denn könnte. Aber sie kann nicht. Sie ist schon seit Jahren ans Bett gefesselt. Die alte Lady mit dem runzeligen Gesicht und denn langen, weißen Haaren. Ihr Rücken ist ganz wund vom vielen Liegen und ohne das Morphium hätte sie das schon seit Langem nicht mehr ausgehalten. Um ihren Hals liegt eine Kette mit vielen, wertvollen, edlen Steinen. Mehrere Karat tummeln sich in der faltigen Haut. In der Mitte dieses Kunstwerks hängt ein Medaillon, dessen Inhalt noch nie ein Mensch außer ihr gesehen hat. James hat schon oft versucht sie zu überreden, die Kette abzunehmen. Hat ihr mit seiner ruhigen, warmen Stimme erklärt, dass es für sie viel angenehmer sei, wenn die Kette auf dem kleinen Nachtschränkchen neben ihrem Bett liegen würde. Aber sie ist stur geblieben. So wie sie immer stur geblieben ist. Diese Kette hängt um ihren Hals und da bleibt sie auch. Auch wenn sie sich manchmal selbst erdrückt fühlt von der Last der vielen Steine. Und von der Last ihres Gewissens, das schwer auf ihrer Seele lastet. Besonders abends. Wenn James in seinem Bett liegt, in dem kleinen Raum neben der großen Küche. Wieso schläft er eigentlich da? Man könnte ihm doch auch ein Bett in ihr Zimmer stellen. Dann wäre er immer bei ihr. Und sie müsste nicht so viel Grübeln. Sie ist sich sicher, dass er schnarcht. Das würde sie auf andere Gedanken bringen. Aber wenn sie ganz alleine in diesem übergroßen Raum liegt, dann schlägt ihr Hirn Purzelbäume. Einen nach dem anderen. Immer wieder. Ihre Erinnerungen wandern in der Zeit zurück und sehnen sich nach dem Frieden, der sie damals erfüllt hat. Heute ist sie nur noch eine alte, verbitterte Lady mit einem viel zu großem Schloss, die nicht einmal mehr aufstehen kann um ihr Geschäft zu erledigen. Nicht einmal das. Es ist so entwürdigend.
Wäre Er noch da, wäre alles anders. Wäre Er noch da, würde ihr die Bettlägerigkeit nicht so viel ausmachen. Denn dann wäre Er hier um für sie zu sorgen. Dann wäre Er hier um ihr die Bettpfanne zu reichen. Dann wäre Er einfach hier.
Aber Er ist nicht mehr da. Er ist weg. Und Er wird niemals wieder kommen. So viel ist sicher. Langsam und unter großem Kraftaufwand wandert ihre Hand nach oben zur Kette. Zitternd greift sie nach dem Medaillon, drückt auf den kleinen Knopf an der Seite und streift mit Tränen in den Augen über das kleine vergilbte Foto, das in die linke Seite eingepasst ist. Rechts kleben die kargen Reste einer einst prächtigen Locke. Man hat sie damals nicht richtig befestigt, so dass sich mit den Jahren immer mehr einzelne Haare verabschiedet haben. Aber das stört die Lady nicht. Auch ihr Haar ist dünner geworden. So ist der Lauf des Lebens. Immer mehr Tränen rinnen über die alte Haut. Sie vermisst ihn so sehr. Sie vermisst alles so sehr. Und am meisten plagt sie das Gewissen. Hätte sie doch nur… ja hätte sie doch nur rechtzeitig… Dann wäre jetzt alles besser. Aber sie hat nicht und damit wird sie sich abfinden müssen.
Ihre knochigen Finger schließen das kleine, goldene Medaillon wieder und umklammern es, wie ein Ertrinkender ein Stück Treibgut. Der Tränenschleier vor ihren Augen versperrt ihr die Sicht, doch sie weiß, dass der mächtige Vollmond auf ihr Bett scheint. Das weiße Licht erobert durch den kleinen Spalt den ganzen Raum.
Die alte Lady schließt die Augen und versucht zur Ruhe zu kommen. Morgen früh wird James sie zeitig wecken um ihr das Frühstück ans Bett zu servieren. So wie jeden Morgen. Sie wünscht es so. Und dann wird sie ihn wieder bitten ihr Geschichten zu erzählen. Aus seinem Leben. Aus dem Dorf. Aus dem Leben der anderen Angestellten. Und sie wird einfach daliegen und lauschen. Und vielleicht wird sie dann für einen Augenblick vergessen, welch großen Fehler sie damals gemacht hat und vielleicht wird sie auch das eine oder andere Mal verschämt auflachen. Mit diesem Gedanken kuschelt sie sich etwas tiefer in die mächtigen Kissen und beginnt sich selber zu erzählen, dass das Leben schön ist.


Autor: Jay
Titel: Achterbahn
Prompt: #002 Achterbahn
Genre: Kurzgeschichte
FSK: 0
Anmerkung/Copyright: (c) by Jay

„Los komm, da gehen wir jetzt rein. Das ist gar nicht so schlimm, wie es aussieht!“
Ich stehe mit nervös grummelndem Magen vor der rieseigen Achterbahn. So ganz überzeugt bin ich von Joes Argumenten noch nicht. Sie steht vor mir mit dem strahlenden Lächeln eines Ikea-Verkäufers und fuchtelt mit den Händen, als wolle sie mir unbedingt das kleine Kinder-Kuschel-Kissen namens Wicht verkaufen.
„Ich weiß nicht… Die sieht ziemlich hoch aus…“
Meine Hände sind feucht und ich trete leicht von einem Fuße auf den anderen. Ich bin eindeutig kein Achterbahn-Fan. Okay, ich saß noch nie in einer drin, aber eigentlich möchte ich das auch nicht ausprobieren.
Doch Joe scheint es sich zum Lebensziel gemacht zu haben, mich in diesen Koloss zu bringen.
Ein paar Meter hinter uns steht Andy. Sie steht einfach da und schaut uns an. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass sie wieder ihren schwarzen Ledermantel anhat. Hätte mich auch gewundert, wenn nicht. Sie wirkt so ruhig, wie sie da bewegungslos steht. Wie ein Fels in der Brandung.
Joe packt mich am Arm.
„Ich weiß, du sagst, du magst keine Achterbahnen. Aber wie kannst du das wissen, wenn du das noch nie am eigenen Leib erlebt hast? Wie kannst du dir sicher sein, dass es dir nicht vielleicht doch gefällt.“
Ich sage nichts, sondern starre nur wortlos nach oben. Was ich sehe, lässt mir die Beine weich werden. Es sind keine Loopings oder irgendwelche abstrakten Dreher. Es ist eine einfache, schlichte Achterbahn. Aber ich will da eigentlich nicht rein.
Ich spüre Andys Blick auf meinem Rücken. Ich weiß, was sie denkt. Ich höre, was sie denkt. Und sie weiß auch, was ich denke.
Sie hat nie versucht mich in eine Achterbahn zu zwingen. Sie weiß, dass ich das nicht will und sie hat es immer respektiert. Sie hat mich überhaupt immer respektiert. In allem und jedem.
Ich schaue sie immer noch nicht an und doch weiß ich, dass sie gerade die Hand hebt und an ihr Ohr greift. Ich sehe vor meinem inneren Auge, wie sie mit dem kleinen Sternen-Ohrring spielt, der in ihrem rechten Ohr hängt.
Joe wird langsam wirklich ungeduldig.
„Süße, jetzt komm. So schlimm ist das nicht. Tu es für mich.“
Tu es für mich
Diese Worte lassen mich zusammenzucken. Mein Kopf schießt zur Seite und ich schaue Joe direkt in die Augen.
„Für dich? Was hast du denn davon?“
Sie lächelt auf eine Art und Weise, die mich ernsthaft verunsichert.
„Ich? Ich habe Spaß. Mit dir zusammen.“
Ich weiß, dass Andy uns zuhört. Und ich weiß auch, dass sie bei den Worten genau so zusammengezuckt ist wie ich.
„Aber wir können doch auch woanders zusammen Spaß haben. Im Riesenrad oder so.“
„Riesenrad ist was für Kinder. Ich möchte so gerne mit dir in die Achterbahn.“
Ihr Tonfall lässt vermuten, dass sie im Riesenrad vielleicht doch nicht so falsch aufgehoben ist. Ein quengeliger Unterton hat sich unter ihre Ikea-Verkäufer-Stimme gemischt. Sie wird ungeduldig.
Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehe mich um. Andy. Ihr Blick ist auf Joe gerichtet.
„Sie will nicht in die Achterbahn, siehst du das nicht?“
Ihre Stimme ist ruhig und bestimmt. Kein noch so winziger aggressiver Ton. Obwohl ich weiß, dass sie innerlich sicher tobt.
„Ey, wer bist du denn, du Doofnuss. Misch dich nicht ein, wenn normale Menschen sich unterhalten. Geh doch zurück in das Loch aus dem du gekrochen bist.“
Typisch Joe. Wenn etwas Unerwartetes passiert, wird sie beleidigend. Ein Punkt an ihr, den ich eindeutig nicht mag.
„Wer ich bin ist unwichtig. Wichtig ist, dass sie nicht in diese Achterbahn will und das solltest du akzeptieren.“
Joe schaut mich an. Sie ist ernsthaft genervt.
„Kennst du die?“
Bevor ich reagieren kann, hat Andy mich zur Seite geschoben und ist Joe direkt vor die Füße getreten.
„Ich wiederhole mich sehr ungern.“
Joe springt einen Schritt zurück.
„Ey, bleib wo du bist oder ich ruf die Bullen, du Satanist!“
„Man, hört auf ihr zwei.“
Sie hören mich nicht. Wollen mich wohl nicht hören. Ich stehe hilflos daneben und schaue zu, wie die beiden sich gefährlich nahe kommen. Andy hat ihre Faust schon geballt und Joe formuliert gerade im Kopf die nächste niveaulose Beleidigung, die sie aber sicher nicht mehr vor dem ersten Schlag loswerden wird.
„Hört Auf!!!“
Meine Stimme überschlägt sich fast, doch sie reagieren immer noch nicht.
Joe schaut kurz zu Boden. Zu Andys Boots. Das ist ein Fehler, denn in genau diesem Augenblick holt Andy aus.
Ich stoße einen spitzen Schrei aus und springe zwischen die beiden.
„NEIN!“
Andy kann nicht mehr stoppen und ihre Faust landet auf meiner Unterlippe. Ich kann mich nicht halten und stürze zu Boden.
„Lara! Scheiße, man!“
Andy kniet sofort neben mir, zückt ein Taschentuch und drückt es mir auf die aufgeplatzte Lippe.
„Scheiße, man. Das wollte ich nicht. Verdammt. Das tut mir leid.“
Joe steht wie gelähmt neben uns.
„Was… was sollte das denn? Ey, hast du n Schaden? Wieso schlägst du sie denn? Was soll denn das? Ey, komm her! Wenn du dich schlagen willst, dann schlag dich mit mir und nicht mit ihr!“
Doch Andy beachtet sie gar nicht. Ihr Blick ist voller Sorge.
„Geht’s? Willst du zum Arzt? Vielleicht muss das genäht werden. Soll ich dich fahren?“
Ich schüttele nur den Kopf.
Ich wollte nicht Achterbahn fahren. Und jetzt tue ich doch. Ungewollt tobt die Achterbahn der Gefühle durch meinen Körper und wirbelt alles durcheinander, was ich mir in den letzten Wochen aufgebaut habe. Ich weiß schon, warum ich Achterbahnen hasse und ich werde meine Meinung wohl auch niemals revidieren.


Autor: Jay
Titel: Alter
Prompt: #003 Alter
Genre: Gedicht
FSK: 0
Anmerkung/Copyright: (c) by Jay

Ey, Alter
Diese Worte
Ey, Alter
Was willst du?
Ey, Alter
Diskriminierender Tonfall
Ey, Alter
Zwei Worte die bluten lassen
Ey, Alter
Der Blick dazu
Ey, Alter
Tut so verdammt weh
Ey, Alter
Die Arme verschränken sich
Ey, Alter
Der Kopf geht zu
Ey, Alter
Zur Abwehr bereit
Ey, Alter
Haste Bock aufn Eis?


Autor: Jay
Titel: Einfach schlafen
Prompt: #004 Angst
Genre: Kurzgeschichte
FSK: 0
Anmerkung/Copyright: (by) by Jay

Es ist wieder eine dieser Nächte. Ich liege mit weit geöffneten Augen in meinem Bett und denke darüber nach, wie scheiße es mir doch geht. Das mir wohlbekannte Gefühl von Panik breitet sich mal wieder in meinem Bauch aus und meine Hände kneten sich gegenseitig bis zur Schmerzgrenze. Meine Gedanken schweifen von einer Horrorvorstellung zur nächsten. Ich will das nicht! Wieso kann mich die Welt nicht einfach in Ruhe lassen? Ich verlange doch nicht viel. Ich will bloß meine Ruhe vor der Gesellschaft. Tränen steigen mir in die Augen. So geht es mir immer, wenn ich über die Zukunft nachdenke. Früher oder später fange ich immer an zu heulen. Aber warum eigentlich? Weil ich Angst habe. Angst vor der Zukunft. Angst vor dem Ende der Schulzeit und vor allem was danach kommen wird. Unruhig wälze ich mich hin und her. Ich will einfach nur schlafen und den ganzen Mist vergessen. Am einfachsten wäre es ewig ein Kind oder zumindest eine Jugendliche zu bleiben. Einfach jeden Morgen zu Schule gehen, alle Lehrer mit meinen Leistungen verblüffen und nachmittags ohne Ende schreiben. Irgendwann würde ich dann ein Buch nach dem anderen veröffentlichen und als Schreibwunder gelten. Jeder würde sich wundern, wie ein fünfzehnjähriges Mädchen solch geniale Texte schreiben kann. Und es würde einfach immer so bleiben. Friede, Freude, Eierkuchen und sie lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber so geht es nicht! Das funktioniert einfach nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen. Nein, mein Schicksal ist es, schlaflos in meinem zerwühlten Bett zu liegen und darüber zu grübeln, wie ich mein Leben überleben soll. Ich habe schon ziemlich viel Zeit mit dem Grübeln verbracht, doch dummerweise fällt mir nie die perfekte Lösung ein. Noch nicht einmal ein Kompromiss mit dem ich wenigstens nicht ganz so unglücklich wäre. Nein, wieso sollte mir das auch einfallen? Wieso sollte es gerade für mich so einfach sein? Aber es wäre so schön einfach glücklich zu sein. So schön... Und irgendeine Lösung muss es doch geben! Die Zeit verstreicht und über meine Grübelei wird es immer später. Immer und Immer wieder breche ich in Tränen aus. Und das Schlimmste an dieser Geschichte ist, dass ich mit keinem darüber reden kann. Die hätten mich so wie so nicht verstanden... Ich fühle mich einsam und verlassen. Alles ist scheiße. Einfach nur scheiße. Ich zittere am ganzen Körper. Irgendwann setzte ich mich ruckartig auf. Mein Hals ist wie zugeschnürt. Ich habe das Gefühl kaum Luft zu bekommen, wie immer, wenn mich etwas derart beschäftigt. Ich lehne mich an die kühle Wand und kuschele mich in meine Decke. Leise schluchzend überlege ich, ob es überhaupt noch einen Sinn hat weiter zu leben. Aber tief in meinem Inneren weiß ich, dass diese Gedanken so wie so nicht ernst gemeint sind. Ich würde mich nie umbringen. Dazu bin ich viel zu feige. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nie mehr vorwärts kommen werde. Ich werde mein ganzes beschissenes Leben in dieser scheiß Situation bleiben und irgendwann an meiner scheiß Verzweifelung verrecken. Aber natürlich erst, wenn ich mich einige Jahre so richtig gequält habe. Wäre ja langweilig, wenn das alles schnell gehen würde. Nein, es wird alles ganz ganz langsam gehen, damit ich auch ja schön viel davon habe. Ich ziehe meine dicke Daunendecke noch enger um meinen Körper. Die Oberschenkel an meinen Bauch gepresst, merke ich jeden einzelnen meiner verhassten Rettungsringe. Eigentlich sind sie gar nicht so groß, aber groß genug, dass ich meinen Körper dafür hasse. Nein, ich hasse ihn nicht. Eigentlich kann ich gar nicht hassen. Aber wenn ich daran denke, geht es mir noch beschissener. Die Luft, die in meine Lunge gelangt, wird immer weniger. Zumindest habe ich das Gefühl, dass es so ist. Ich versuche ganz tief einzuatmen, aber es wird nur noch schlimmer. Leise Panik erfüllt mich. Ich bekomme keine Luft! Krampfhaft versuche ich an etwas anderes zu denken. Morgen ist wieder Schule. Nein, falsches Thema. Da ist auch alles scheiße. Zwar immer noch besser als die Abende im Bett, aber scheiße genug um mich nicht von meinem Luftproblem ablenken zu können. Da muss etwas stärkeres her. Aber was? Es gibt nichts. Ich bin in meinen Problemen gefangen. Obwohl... wirkliche Probleme sind es ja nicht. Eigentlich geht es mir ziemlich gut. Okay ich hab manchmal „etwas“ Angst vor der Zukunft und die Angst zu ersticken beherrscht mich, wie ein fieser Dämon, aber sonst lebe ich das Leben einer stinknormalen Jugendlichen. Mir geht’s gut. Wenn ich mir da andere anschaue... Die haben nicht so viel Glück wie ich. Aber dieser Gedanke macht mich noch unglücklicher. Mir geht’s scheiße, aber eigentlich geht’s mir gar nicht scheiße. Da kann doch irgendwas nicht stimmen. Vielleicht bin ich ja wirklich eine Psychopathin, wie Benni es mir manchmal vorwirft. Er meint es nur als fiese Provokation, aber vielleicht ist da ja wirklich was dran.. Verdammt noch mal, ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts. Ich weiß nur, dass ich endlich schlafen will. Mit einem weiteren verzweifelten Schluchzen schmeiße ich meinen Kopf zurück in mein Kissen. Ich will schlafen! Einfach nur schlafen! Ist das denn zu viel verlangt? Ich kann nicht mehr. Ich bin müde. Ich wälze mich hin und her. Auf den Rücken. Auf die eine Seite. Auf den Bauch. Auf die andere Seite. Und wieder auf den Rücken. Ich kauere mich zusammen. Ich breite mich wieder aus. Und plötzlich sind sie wieder da. Die Monster. Diese scheiß Monster unter meinem Bett. Die Monster, die mich früher dazu veranlasst haben mit einem großen Sprung ins Bett zu hüpfen, weil sie mir sonst an den Füßen geknabbert hätten. Die Monster, die mich als Kind dazu veranlasst haben niemals mit dem Rücken in den Raum zu schlafen, weil sie sonst hoch gekrabbelt gekommen wären. Die verdammten Monster. Ich weiß, dass sie nicht wirklich existieren. Ich weiß, dass sie einfach nur ein blödes Gefühl sind. Ich weiß, dass das alles nur eine kranke Idee meines kranken Hirns ist. Aber diese Idee ist nun mal da. Und die Monster sind da. Ich merke, wie sie darauf lauern, dass ich die Augen schließe, damit sie endlich heraus kommen können. Auf einmal will ich gar nicht mehr schlafen. Ich will, dass die Monster wieder verschwinden. ICH WILL DAS NICHT MEHR!!! Ich heule jetzt ununterbrochen. Meine Eltern schlafen schon längst. Ich kann und will sie nicht mehr wecken. Ich bin allein. Allein mit den Monstern. Allein. Allein. Allein! Ich verkrieche mich komplett unter meiner Decke. Es ist unerträglich heiß da. Meine Füße, die so wie so immer frische, kühle Luft brauchen, drängen nach draußen. Aber wenn ich dem Drang nachgebe, kommen die Monster und knabbern an mir herum. Unter der Decke bin ich sicher. Kleinkindlogik. Aber so ist es nun mal. Ich kann da ja auch nichts für. Ich stopfe die Ränder meiner Decke unter meinen Körper. Dabei spüre ich wieder jedes einzelne Kilo. Verdammt. Verdammt! VERDAMMT!!! Ich liege starr auf dem Rücken. Ich überlege krampfhaft, wie ich die Monster los werden kann. Und über diese krampfhaften Überlegungen... schlafe ich ein...


Autor: Jay
Titel: Antwort
Prompt: #005 Antwort
Genre: Gedicht
FSK: 0
Anmerkung/Copyright: (c) by Jay

Dieses Gefühl
Warten zu müssen
Diese Gedanken
Was wird er sagen
Diese Zweifel
Habe ich das richtige gemacht
Zittern
Tagelang
Nächtelang
Auf Antwort hoffend
Zitternd
Horrorszenarien ausmalend
Tage vergehen
Wochenvergehen
Monate vergehen
Ohne ein Wort
Ohne eine Nachricht
Langsam gerät er in Vergessenheit
Langsam verschwindet er
Aus der Realität
Aus mir
Und heute ist er nur noch ein Schimmer
Auf den Wellen meines Lebens
Ich wählte die falschen Worte
Und habe mal wieder zerstört
Was groß hätte werden können
Habe die Pflanze
Im Keim erstickt


Autor: Jay
Titel: Ärger
Prompt: #006 Ärger
Gattung: Kurzgeschichte
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: ./.
Copyright: (c) Jay

Ich war nie auf Ärger aus. Nie. Das alles ist einfach so passiert und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Sie mochten mich nicht und zeigten mir das auch. Meine Art der Rache war meine große Klappe. Ich konnte sie nie halten. Und das ein oder andere Mal habe ich vielleicht einfach etwas übertrieben. Doch ich war nie ernsthaft auf Ärger aus. Weder für sie noch für mich. Ich wollte einfach nur meiner Wut Ausdruck verleihen. Und eines Tages ist das alles einfach aus dem Ruder gelaufen.
Es war ein Montag, das weiß ich noch genau, denn ich lief gerade verschlafen und mit meinem Montagsblues bewaffnet zur Schule, als sie kamen. Ich hatte meine Jacke nicht richtig zugeknöpft. Morgens bin ich einfach zu müde um auch nur geradeaus sehen zu können. Aber mir war so was immer egal. Dann ging ich eben mit schief zugeknöpfter Jacke in die Schule, na und?
Sie kamen von hinten. Jack hing mir als erster über den Schultern.
„Hallo, Monsieur! Na, Wochenende gut überstanden?“
Er schaute kurz an mir herunter.
„Anscheinend nicht. Deiner Jacke nach zu urteilen bist du noch total im Suff.“
Alle stimmten sofort in sein hämisches Lachen ein.
Ich tat, als hätte ich ihn gar nicht wahrgenommen. Krampfhaft versuchte ich unter dem Druck seines muskulösen Körpers weiterhin aufrecht zu gehen.
„Und die Sprache hat es dir wohl auch verschlagen. Hast du deine Zunge verschluckt, Kröte!?“
Wie auf Kommando fingen auch die anderen Chaoten an mich mit wirren und wüsten Beschimpfungen zu bombardieren.
„Halt die Klappe, du Penner.“, knurrte ich leise. Ich hatte mir fest vorgenommen endlich mal ruhiger zu reagieren. Aber es war zu schwer für mich.
Jack rieb seine Fingerknöchel über meine Kopfhaut. Schnell und heftig. Ich zuckte zusammen.
„Na, es kann ja doch reden.“ Er lachte wieder sein blechernes Lachen.
Kurt tippte ihm auf die Schulter. Kurt, der große, runde Tollpatsch. Langsam im Kopf, langsam in den Beinen. Eigentlich ein lieber Kerl. Aber ein Mitläufer.
„Was?“ Jack sah ihn ärgerlich an.
„Äh.. wir sollten uns beeilen… Sonst kommen wir zu spät…“
Die einzige Antwort auf diesen nicht unbedingt falschen Einwurf, war ein Schlag mit der flachen Hand auf Kurts Wange. Einen kurzen Augenblick schaute er Jack verdutzt an. Dann trollte er sich ohne ein weiteres Wort zu sagen in die letzte Reihe. Er tat mir Leid. Doch er war selbst schuld. Was gab er sich auch mit Idioten wie Jack und seiner Bande ab.
Wir alle waren inzwischen stehen geblieben. Jack hatte mich an die hohe weiße Mauer gedrückt, die den Friedhof neben der Schule umgab.
„Was hast du denn heute zu Essen dabei, Monsieur? Wieder so ein leckeres Käsebrötchen?“
„Nein, ich habe heute extra und nur für dich eine große Dose Hundefutter eingepackt.“
Einen Moment lang starre er mich mit offenem Mund an. Dann holte er aus und schlug mir voll auf den Mund.
„Du sollst nicht lügen. Hat dir das deine Mama nicht beigebracht?“
Ich stockte kurz.
„Meine Mama… ist… hat mir beigebracht, dass ich mir von Typen wie dir nicht alles gefallen lassen soll, du Idiot!“
Jack grinste.
„Ach, hat sie das? Interessant. Soweit ich weiß, beobachtet deine Mama schon seit einer ganzen Weile die Radieschen von unten. Die hat dir gar nichts beigebracht. Oder sprichst du etwa mit Geistern? Uhuu, der kleine Monsieur spricht mit Geistern! Was sagen sie dir denn?“
Ich schnappte nach Luft.
„Sie sagen mir, dass du ein riesiger Dummkopf bist, der nachts noch ins Bett pinkelt. Und dass deine Mama dich abends wickelt, damit sie nicht jeden Morgen das Bett neu beziehen muss. Und dass du zum Einschlafen immer auf dem Daumen nuckelst.“
Ein Murmeln ging durch die Gruppe.
Kurt kratzte sich nachdenklich am Kopf.
„Stimmt das, Jack?“
Jack wirbelte herum.
„Ihr Volltrottel! Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, was der kleine Wurm da gerade gesagt hat! Ihr seid echt zu blöd zum Scheißen!“
Ich grinste.
„Brüllen und schreien ist keine Lösung. Genauso wenig wie Gewalt. Aber das geht wohl nicht in dein kleines Spatzenhirn rein.“
Ich machte einen Fehler nach dem anderen. Ich hätte an diesem Morgen einfach nicht aufstehen sollen.
Doch jetzt stand ich hier und machte, wie schon erwähnt, einen Fehler nach dem anderen.
Jack provozierte mich. Ich provozierte Jack. Er wurde wütend. Er befahl den anderen mich zu verprügeln. Ich zog mein Messer.
Ach ja, das Messer. Ich hatte es damals nur in der Tasche wegen dem Apfel den mein Paps mit mitgegeben hatte. Ich wollte ihn mir damit klein schneiden. Doch plötzlich hatte ich es da in der Hand. Da an der Friedhofsmauer. Jack hatte es nicht gesehen, aber die anderen waren zurück gewichen. Ich hatte nie vor zu zustechen. Es war einfach ein Reflex, dass ich es aus der Tasche holte. Ich wollte es wirklich nicht.
Ich war nie auf Ärger aus. Nicht für sie und nicht für mich. Aber irgendwie landete mein Messer an diesem diesigen Montagmorgen zwischen Jacks Rippen. Er blutete wie verrückt. Ich musste irgendeine große Ader getroffen haben. Als ich realisierte, was ich getan hatte, war ich wie erstarrt. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich stand einfach nur da und sah auf den blutenden, jammernden Jack. Ein bisschen schadenfroh. Ein bisschen verzweifelt. Und total verwirrt. Die anderen Jungs waren alle weggelaufen. Nur Kurt stand noch da. Er hatte sein Handy in der Hand und rief einen Krankenwagen. Seine Stimme war ganz ruhig und besonnen. Mochte er auch sonst noch so langsam sein, in diesem Moment, tat er das einzig richtige. Ohne ihn wäre Jack wahrscheinlich verblutet. Und ich wäre Schuld gewesen. Obwohl ich doch eigentlich nie auf Ärger aus war. Nicht für sie und auch nicht für mich.




Autor: Jay
Titel: Asche zu Asche
Prompt: #007 Asche
Gattung: Kurzgeschichte
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: ./.
Copyright: (c) Jay

Asche zu Asche. Staub zu Staub. Wie oft hat er diese Worte jetzt schon gehört. 10 Mal? 15 Mal? 20 Mal? Er hat aufgehört zu zählen. Es ist zu deprimierend. Sein ganzer Bekannten- und Freundeskreis scheint einfach weg zu sterben. Manchmal hat er das Gefühl, es ist seine Schuld. Er weiß bis heute nicht, was er in diesen Phasen macht, in denen sich sein Verstand ausschaltet und er so einen totalen Blackout hat. Andererseits sterben sie alle an einem natürlichen Tod. Es gibt kein Polizeiverfahren. Keine Ermittlungen. Und doch fühlt er sich schuldig.
Er fühlt sich schuldig, wenn er im Keller den Benzinkanister sieht. Er hat es nur einmal getan, da ist er sich sicher. Aber er hat Angst, er könnte es wieder tun. Und während er mit sich kämpft, stirbt ein Freund nach dem anderen einfach weg. Schwarz ist die Farbe der Saison. Er schaut sich um. Um ihn herum nur weinende Menschen. Er kann nicht mehr weinen. Hat schon zu viele Tränen vergossen. Seine Tränenkanäle sind leer. Einfach leer.
Immer wieder wandern seine Gedanken zu dem Kanister. Vielleicht bringt er den Menschen einfach Unglück. Vielleicht ist er es doch, der sie ins Verderben stürzt, aber auf eine andere Art und Weise, als er es immer vermutet.
Vielleicht sollte er sich selbst in Schutt und Asche legen, damit es endlich aufhört.
Der Kanister. Immer wieder der Kanister. Er taucht vor seinem inneren Auge auf und scheint ihn regelrecht anzuschreien. „NIMM MICH!“
Er wird es wieder tun. Das weiß er. Irgendwann wird er sich nicht mehr zurückhalten können. Und dann… dann ist er erledigt. Es sei den er nimmt wirklich sich selbst als Opfer. Das würde so einiges lösen. Aber vielleicht wäre das auch zu einfach.
So steht er da und kämpft mit sich während um ihn herum die Menschen von einem Freund Abschied nehmen.
Asche zu Asche. Staub zu Staub. Er sollte da unten liegen. Nicht sein Freund. Das Leben ist manchmal einfach total unfair.




Autor: Jay
Titel: Aufregung
Prompt: #008 Aufregung
Gattung: Gedankenkollision
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: Ich finds eigentlich ziemlich doof, aber ich poste es trotzdem mal
Copyright: (c) Jay

Dieses Kribbeln im Bauch. Die Übelkeit. Der Kopf, der sich Horrorszenarien ausdenkt und den Verstand damit vernebelt. Der Fuß, der leise wippt und die Finger die sich gegenseitig kneten. Alles Anzeichen von akuter Aufregung. Ob nun positive Vorfreude oder verzweifeltes Lampenfieber. Die Symptome sind dieselben. Zumindest bei mir. Und genau in diesem Augenblick durchfließen sie meinen Körper und hindern ihn daran normal zu funktionieren. Und das alles wegen einer simplen Prüfung, die ich mit Sicherheit locker schaffe. Und selbst wenn nicht, dann gehe ich in zwei Wochen noch mal hin und schaffe sie spätestens dann. Aber sag das mal meinem Körper. Auf diesem Ohr ist der eindeutig taub. Er macht einfach was er will.
Immer wieder wandern meine Gedanken zu dieser verdammten Prüfung. Sie ist mir wichtig, denn ich weiß, wenn ich durchfalle, enttäusche ich nicht nur mich, sondern auch meinen Vater. Auch wenn er das nie zugeben oder zeigen würde. Und davor habe ich Angst. Ich war schon immer ein Mensch, dass mit Prüfungen jeglicher Art keinerlei Probleme hatte. Ich habe alles mit links geschafft und meine Eltern mussten sich nie wegen meiner Leistungen sorgen. Und jetzt kommt der Führerschein daher und zerstört das Bild, dass ich selber, aber auch andere Menschen, von mir habe. Immer werde ich als intelligent und begabt dargestellt. Sprüche wie „Das schaffst du doch locker“ zu allen möglichen Themen, gehören zu meinem Leben dazu, wie das allmorgendliche Aufstehen. Aber jetzt… jetzt bin ich nur noch Durchschnitt und die Chance, dass ich durch irgendeinen saublöden Fehler durchfalle, ist nicht gerade gering.
Wenn doch es doch nur schon so weit wäre. Wenn ich doch nur schon im Auto sitzen würde. Oder noch besser: Wenn ich nur schon die Prüfung hinter mir hätte. Das Schlimmste von allem ist nämlich das Warten. Das macht mich verrückt. Hier zu sitzen und zu wissen, dass ich mich jetzt eine ganze Woche lang verrückt mache. Und mein Fahrlehrer wird mir dabei helfen in den drei Stunden die ich noch habe.
Aber je mehr ich darüber nachdenke und schreibe und je mehr ich im Internet über die Prüfung lese, desto sicherer werde ich, dass ich es schaffe. Ja, so langsam traue ich mir das wirklich zu. Ich könnte es tatsächlich schaffen, wenn ich nur ruhig und gelassen bleibe. Keinen Stress und volle Konzentration. So könnte es klappen.




Autor: Jay
Titel: Beruf
Prompt: #009 Beruf
Gattung: Gedankenkollision
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: Im Prinzip genauso doof wie Aufregung, aber ich haus totzdem rein
Copyright: (c) Jay

Sollte der Beruf auch der Berufung entsprechen? Ich denke schon. Ich meine, wir sind dazu da, um unsere Berufung zu leben. Mit dem Beruf verbringen wir die meiste Zeit. Es wäre doch schön doof, wenn wir diese Zeit nicht sinnvoll nutzen würden. Und das geht dann eben am besten, wenn der Beruf auch der Berufung entspricht. Alles andere wäre sinnlos. Mal abgesehen davon, dass sowieso vieles hier sinnlos ist.
Und jeden Morgen, wenn ich aufstehe, weiß ich, dass mein Beruf nicht meiner Berufung entspricht. Dass ich meine Zeit verschwende, wenn ich ins Büro fahre. Und das steigert meine Laune nicht gerade. Das macht es jeden Morgen schwerer aufzustehen und einen weiteren sinnlosen Tag in meinem sinnlosen Leben zu starten.
Ich frage mich immer wieder, was die Menschen dazu bringt Dinge zu tun, die sie gar nicht tun wollen. Viele Menschen arbeiten in Jobs, die sie fertig machen. Viele umgeben sich mit Menschen, die sie fertig machen. Und kaum einer traut sich mal auszubrechen und neue Traditionen zu starten. Ich ja auch nicht. Aber warum? Ist es wirklich nur der Druck der Gesellschaft? Was passiert denn schon, wenn man sein eigenes Ding macht? Es kommen schiefe Blicke und so weiter, klar, aber damit kann man lernen umzugehen…
Die Gesellschaft macht sich selber kaputt und merkt es nicht.
Aber ich merke, dass ich abschweife. Das Thema ist Beruf und nicht die Gesellschaft.
Mein Beruf ist an sich nicht schlecht. Er ist sehr vielfältig und vielleicht ist er doch eine gute Grundlage für meine Berufung. Aber trotzdem fühle ich mich unwohl hier. Meine Seele ist nicht für diese Art der Arbeit geschaffen. Sie ist dafür geschaffen frei zu sein. Unabhängig. Und individuell in allen Entscheidungen. Ich bin ein Einzelgänger. Das weiß ich. Als Team-Player bin ich nicht so wirklich geeignet. Wenn ich will, dann kann ich es. Wenn es mir wichtig ist und ich einen Sinn dahinter sehe, dann kann ich mich auch in ein Team einfügen. Wie zum Beispiel in der Feuerwehr. Da bist du als Einzelkämpfer verloren. Aber in der Ausübung meiner Berufung ist das anders. Da muss ich wendig und flexibel sein und kann nicht erst lange darauf warten, dass meine Mitstreiter so weit sind. Ich denke schnell und präzise. Und wenn ich eine neue Idee habe muss sie umgesetzt werden und dann habe ich keine Lust auf lange Diskussionen, ob das nun wirklich eine gute Idee ist. Dann will ich handeln! Das ist einfach meine Arbeitsweise. Und wichtig ist mir auch, dass ich mir die Themen mit denen ich mich beschäftige selber aussuchen kann. Ich will nicht an vorgegebenen Projekten arbeiten. Ich will die Welt in den Bereichen verändern, die mir wichtig sind. Und das kann ich nicht wenn ich hier in irgendeinem Büro versauere.
Ich kann es verstehen, wenn Menschen sagen, sie brauchen das einfach um sich ernähren zu können. Um sich eine Wohnung leisten zu können. Aber wir leben doch nicht nur um uns zu ernähren. Das wäre doch sinnlos. Ich lebe um Dinge zu verändern. Deswegen kann nicht mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet sein, dass ich Geld verdiene. Ich als Einzelne bin hier nicht wichtig. Wichtig ist die Zukunft dieser Gesellschaft und dieses Planeten. So ist es doch.
Und das alles wird nur dadurch aufgehalten, dass die Menschen sich nicht drum kümmern ihre Berufung zu erfüllen, sondern nur darauf hinarbeiten möglichst reich zu werden.
So wird das nie was mit dem Weltfrieden.




Autor: Jay
Titel: Bitter
Prompt: #010 Bitter
Gattung: Gedicht
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: ./.
Copyright: (c) Jay

Silberglänzende Tränen
Überziehen mich
Die blitzende Klinge
Lacht mich an
Ein Zittern
Wandert durch meine Hände
Ich war so lange stark
Der Drang
Mich fallen zu lassen
Wächst mehr und mehr
Kriecht durch jede Ecke
Meines Seins
Also greife ich
Meine Finger
Umschließen den kalten Stahl
Und machen die Spuren des Lebens
Sichtbar
Ich amte aus
Es fällt leichter jetzt
Und doch
Bleibt in bitterer Nachgeschmack
Das Wissen
Dass es falsch war




Autor: Jay
Titel: Blumen
Prompt: #011 Blumen
Gattung: Kurzgeschichte
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: ./.
Copyright: (c) Jay

Sie lachte. Laut und hell. Ihre dunklen Locken wurden vom Wind durch die Luft getragen und ihr Kleid bauschte sich auf, so dass es fast aussah, wie ein Goldfischglas. Sie lachte dieses Lachen, dass uns alle schon immer in den Bann gezogen hatte. Mit ihren nackten Füßen rannte sie durchs Gras und ihre Finger strichen durch die Halme. Sie streichelte die Wiese und die Wiese trug sie. Es war eine herrliche Verbindung. Die Sonne schien mitzulachen und alles war einfach nur perfekt. Wie aus einem Bilderbuch. Eindeutig real, aber doch irgendwie unwirklich. Wie ein Schnappschuss aus Phantasia.
Wir standen am Rand der Wiese und beobachteten sie. Keiner sagte ein Wort. Wir waren wie hypnotisiert.
Emil zitterte leicht beim Einatmen, wie er es immer tat, wenn er aufgeregt war, und ich knetete meine Finger.
Ein paar Meter von uns entfernt, am Rand der Klippe, wuchs ein ganzes Meer voll von herrlichem Klatschmohn. Die Blüten wiegten sich im Wind und eine kleine Biene hüpfte summend von Blume zu Blume um etwas vom feinen Nektar zu naschen. Der Mohn war knallrot. Leuchtend rot. Blutrot. Er erinnerte mich an Fiona. Fiona war die Mutter des Mädchens, das da so anmutig auf der Wiese tanzte. Fiona war früher mein Kindermädchen gewesen. Ich hatte mich immer gefragt, warum sie nicht mehr bei uns arbeitete und warum ich sie auch nicht mehr im Dorf sah. Aber immer, wenn ich meinen Vater danach fragte, wurde er ganz verschlossen und wimmelte mich mit kurzen Worten ab. Fiona war einfach weg. Aber ihre Tochter war noch da. Und wie sie da war. Sie verdrehte allen Jungs im Dorf den Kopf. Allen voran Emil und mir. Sie war einfach so wunderschön, dass es uns jedes Mal den Atem verschlug, wenn wir sie sahen. Aber doch musste ich jetzt an Fiona denken. Wegen dem Mohn. Wegen dem blutrotem Mohn. Fiona war immer ganz vernarrt gewesen in Mohn. Jedes Mal wenn sie welchen sah, blieb sie stehen, beobachtete ihn eine Weile und pflückte dann alle Blüten ab. Sie erzählte mir, dass man daraus wunderbare Sachen machen könne. Ich stellte mir vor, wie sie ihr ganzes Haus mit Mohnblüten dekorierte und mir wurde ganz warm ums Herz. Manchmal war sie den ganzen Tag mit einem Mohnblütenkranz im Haar durchs Dorf gelaufen. Dabei hatte sie gelachte. Laut und hell. So wie ihre Tochter jetzt lachte. Die meisten im Dorf hatten Fiona immer merkwürdig gefunden und niemand hatte sich beschwert, als sie eines Tages so plötzlich verschwand. Ihre Tochter blieb zurück und lebte das Leben ihrer Mutter weiter. Sie war fröhlich und freundlich und tanzte jeden Morgen durch den Mohn. Einige Neuzugezogene hatten sie das „Mohnmädchen“ getauft. Aber das waren Fremde. Die hatten nichts zu sagen. Die Alteingesessenen ignorierten das Mädchen. Keiner nannte es beim Namen, so dass dieser bald vergessen war. Es reichte, wenn man „das Mädchen“ sagte, dann wusste jeder, wer gemeint war. Doch auch diese ganze Kälte brachte das junge Mädchen nicht dazu mit ihrem Leben, so wie es war, aufzuhören. Sie lebte einfach weiter und freute sich jeden Morgen an der schönen Wiese, den Gräsern und dem wunderbaren Klatschmohn. Und wir freuten uns mit ihr.




Autor: Jay
Titel: Blutbrief
Prompt: #012 Brief
Gattung: Kurzgeschichte
Genre: Drama?
FSK: 0-99
Anmerkung: Etwas länger *tihi*
Copyright: (c) Jay

Ich hielt ihn in meinen Händen. Diesen Zettel mit der schiefen Schrift, der alles verändern sollte. Ich hielt ihn in den Händen und dachte mir nichts dabei. Es war für mich einfach ein Brief. Was er einmal auslösen sollte, war mir nicht bewusst. Es waren nur wenige Zeilen, schwer zu lesen. Wie alles von ihr. Schon das Einkaufszettellesen artete bei ihrer Schrift ins reinste Rätselraten aus. Aber ich hatte mich inzwischen an ihre Schrift gewöhnt. Mit etwas Mühe konnte ich sie meistens lesen. Bei diesem Brief jedoch, musste sie sehr in Eile gewesen sein. Die Worte waren fast alle zu simplen, kurvigen Linien verzogen, schwer zu lesen für einen Nicht-Eingeweihten. Aber nach einigen Minuten hatte ich den Text entziffert.
Lieber Mark,
es tut mir leid. Es geht nicht anders. Du weißt warum. Ich muss weg. Du wirst lange nichts von mir hören, aber du musst wissen, dass ich dich trotzdem liebe. Für immer und ewig. Aber ich muss das tun. Ich muss und du weißt es.
In Liebe
Jessica
Mein Atem stockte als mir der Sinn der Worte bewusst wurde. Sie war weg. Mal wieder. Wir hatten das schon so oft durchgespielt. Immer wieder. Ich wusste nie, wo sie war, wenn sie weg war. Sie war einfach weg. Vom Erdboden verschluckt. Manchmal nur ein paar Tage, mal ein paar Wochen und einmal war sie sogar drei Monate unauffindbar gewesen. Es war immer wieder schrecklich. Ich quälte mich jedes Mal mit Selbstzweifel, Selbsthass, Hass auf sie und entsetzlicher Sehnsucht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie es nur tat um ihre mysteriöse, blitzende Aura weiterhin aufrecht halten zu können. Damit ihr Leben ja kein Alltag wurde. Und damit ich ihr nicht davon lief, weil sie mir zu langweilig wurde. Aber das würde ich nie tun. Ich liebte sie. Ich liebe sie immer noch. Und wenn sie da war, lebte ich das schönste Leben, das man nur Leben kann. Aber sobald sie wieder mal verschwand, erfüllte mich einzig und allein der Wunsch, dass sie wieder kam und wir endlich ein normales Leben führen könnten. Doch anscheinend hatte ich sie mal wieder nicht davon überzeugen können, dass sie auch hier glücklich sein konnte. Sie war mal wieder vor sich selbst und mir geflohen.
Seufzend ließ ich mich in den alten Ohrensessel fallen, der seit einigen Tagen vorübergehend auf unserer Veranda stand. Mein Blick klebte am Horizont. Die Sonne ging gerade auf und tauchte die wie mit Aquarell-Farbe hingetupften Wolken in einen samtenen orangefarbenen Schimmer. Noch einmal seufzte ich leicht und mein Finger strich sanft über den Brief. Kugelschreiber auf kariertem Kladde-Papier. Sie muss aufgewühlt gewesen sein. Der Stift war stark durchgedrückt, so dass man ihre Worte mit den Fingern erspüren konnte. Der kleine Fleck in der unteren linken Ecke zeugte von einem schnell getrunkenen Becher Tee. Dann war sie wenigstens nicht ganz ohne was im Magen aus dem Haus gegangen. Wenigstens etwas. Ich machte mir immer tausend Sorgen, wenn sie unterwegs war. Ein Handy oder so hatte sie nicht dabei. Ich hatte keinen Kontakt zu ihr. Wenn ihr nun etwas passierte? Wenn sie einen Unfall hätte und ich bekäme es nicht mit? Wenn sie einen Anderen treffen würde und sich in ihrer Abenteuerlust mit ihm einließ? Ich hatte Angst um sie. Und um uns. Um unsere Liebe. Um unser Leben.

Die Tage vergingen ohne dass ich etwas von ihr hörte. Ich war die ganze Zeit nervös und unaufmerksam. Mein zuckendes Augenlid meldete sich zurück und nachts schlief ich nur noch sehr unruhig. Manchmal wachte ich schweißgebadet auf und begann verzweifelt nach ihr zu suchen, bis mir wieder einfiel, dass sie nicht da war. Ich aß kaum noch und wurde immer dünner. Im Büro war ich unkonzentriert und machte unnötige Fehler. Mein Chef schüttelte nur den Kopf. Er ahnte was los war. Er kannte mich schon lange. Kannte auch sie. Wusste wie sie war, was sie tat. Und er ahnte, dass sie mal wieder weg war. Obwohl ich kein Wort darüber verlor. Ich fühlte mich wie ein Wrack und nach einer Woche sah ich auch so aus.
Am meisten quälten mich die Alpträume. Jede Nacht sah ich sie in einer anderen misslichen Lage und konnte ihre nicht helfen. Es war schrecklich. Irgendwann begann ich diese Träume aufzuschreiben. Sie mussten irgendwie raus. Ich würde verrückt werden, wenn ich das alles weiterhin in mich hineinfraß.
Und so saß ich jeden Morgen an meinem Schreibtisch. In Boxer-Shorts und T-Shirt. Mit zitternden Fingern. Mit Tränen in den Augen. Ich schrieb und schrieb. Wenn ich erst einmal angefangen hatte, konnte ich nur schwer wieder aufhören. Es war wie eine Droge. Und es tat so gut. Irgendwann begann ich auch aufzuschreiben, was ich tun würde, wenn sie nicht wieder kommen würde. Eigentlich bin ich ein friedliebender Mensch. Anderen gegenüber aber auch mir selbst gegenüber. Doch die Vorstellung, dass ich irgendwann mein Leben komplett ohne sie verbringen sollte brachte mich zum rasen. Ich schrieb Horrorszenarien über Selbstverstümmelung, Suizid und komplettes Ausrasten, das andere Menschen mit ins Unglück reißen würde. Ich wurde immer blutrünstiger und ich steigerte mich regelrecht in diese Texte rein. Ich floh in sie. Ich lebte sie. Ich atmete durch sie. Die Protagonisten meiner Kurzgeschichten wurden immer öfter übel hingerichtet oder taten es sogar selber. Schon bald konnte ich an keinem Messer mehr vorbei gehen ohne dass ich irgendwelche blutigen Gedanken im Kopf hatte. Vorsichtshalber räumte ich den Messerblock von der Arbeitsplatte in der Küche und stellte ihn in die Abstellkammer. Ich hatte Angst vor mir selber. In was war ich da hinein geraten? Es war ein Strudel des Verderbens. Nachts träumte ich von Blutbädern und tagsüber schrieb ich sie auf. Im Büro stand ich völlig neben mir und war nicht ansprechbar. In Gedanken war ich nur bei ihr und bei meinen Geschichten. Die Angst, dass ihr etwas passieren könnte wurde immer größer. Die Angst vor dem Leben danach auch. Jeden Tag betete ich, dass der Spuk endlich vorbei sein sollte, dass sie einfach vor der Tür stand und das Leben weiter gehen konnte. Doch sie kam nicht. Sie kam einfach nicht wieder.

Inzwischen waren vier Wochen vergangen seit dem Tag, als ich den Brief fand. Es war ein Montagabend als das Telefon klingelte. Ich saß gerade in dem Ohrensessel, der immer noch auf der Veranda stand und sprang in freudiger Erwartung etwas von ihr zu hören hektisch auf und raste zum Telefontisch.
„Ja?“
Nur ein Wort, dann atemloses hoffnungsvolles Keuchen meinerseits.
„Hallo hier ist Melinda. Mark? Bist du es?“
„Ja, wer denn sonst.“
Es war nicht Jessica. Die Enttäuschung fuhr mir in die Beine und ich sackte zu Boden. Es war nur Melinda. Eine Arbeitskollegin.
„Was willst du denn?“
„Hey, nun mal nicht so unfreundlich. Ich wollte dich eigentlich nur fragen, ob du Lust hast später noch zu Ellys zu kommen und ein Bier mit uns zu trinken.“
„Sorry Mel, aber ich möchte heute lieber einen ruhigen Abend hier zu Hause verbringen.“
„Schon wieder?“
Sie klang traurig.
„Du bist seit Wochen nur noch zu Hause. Und im Büro bist du auch nie wirklich anwesend. So langsam mache ich mir Sorgen, weißt du das?“
„Brauchst du aber nicht. Mir geht es… gut. Glaub mir.“
Sie glaubte mir nicht. Das spürte ich. Das hörte ich an der Art, wie sie atmete. Sie glaubte mir kein Wort.
„Hör bitte auf die Sorgen zu machen. Mir geht es gut und ich komme sehr gut klar hier.“
„Ist sie wieder weg?“
„Was? Woher…“
„Der Chef hat mit uns geredet als du neulich in diesem Meeting warst. Er hat einige Andeutungen gemacht, dass wir dich etwas in Ruhe lassen sollen und für Fehler nicht so hart ran nehmen sollen. Am Ende hat er mich beiseite genommen und mich gefragt, ob ich wüsste wo Jessica ist. Sie ist wieder weggelaufen, stimmt’s?“
Ich brachte kein Wort heraus. In meinem Hals steckte ein riesiger Kloß und alles was ich wollte, war in die Abstellkammer zum Messerblock zu gehen. Langsam begannen heiße Tränen über meine Wangen zu laufen. Mein Herz krampfte sich zusammen und mühsam brachte ich ein paar Worte heraus.
„Ich muss jetzt Schluss machen.“
Ohne ein weiteres Wort des Abschieds legte ich auf. Ich war am Ende. Jessica hatte mich in die totale Verzweifelung getrieben. Und während sie sich wahrscheinlich irgendwo mit einem Anderen vergnügte, ging ich in die Abstellkammer, zog eines der Messer aus dem Block und setzte es an mein Handgelenk. Ich schnitt. Immer wieder. Kreuz und Quer. Höllische Schmerzen durchzuckten meinen Arm, doch ich hörte nicht auf. Ich wollte dass es wehtat. Der Boden färbte sich blutrot und irgendwann wurde mir schwarz vor Augen.
Wäre es ein Film gewesen, hätte in diesem Moment die traurige Melodie eingesetzt. Aber es war kein Film. Es war das harte Leben. Mein Leben. Und so lag ich da. Ohnmächtig. In meinem eigenen Blut. Und meine Seele weinte alles aus, was sich in den letzten Jahren angestaut hatte.

Es war Melinda, die mich fand. Sie hatte natürlich nicht aufgehört sich Sorgen zu machen und war nach dem Telefonat zu mir gefahren, um in Ruhe mit mir zu reden. Sie fand die Tür offen und ging herein. Sie sah mich, rief den Notarzt und kam mit ins Krankenhaus. Nur wegen ihr lebe ich noch. Ohne sie wäre ich verblutet. Aber ich weiß nicht, ob ich ihr dafür danken oder sie für ewig verfluchen soll. Ich weiß es wirklich nicht.
Jessica ist immer noch nicht wieder da.
Ich liege hier im Krankenhaus und vegetiere vor mich hin.
Ich bin mehr ein sinnloser Zellhaufen als ein Mensch.
Aber die Angst ist weg. Verschwunden. Von unendlicher Gleichgültigkeit vertrieben.
Ich weiß nicht, wann ich hier rauskomme. Und es ist mir auch egal. Mein Leben hat sowieso keinen Sinn mehr.
Und auch wenn Melinda mich jeden Tag besucht und versucht mich aufzumuntern, es hat keinen Sinn. Ich kann so nicht leben. Nicht ohne sie. Nicht ohne den Engel, der mich bei seinem Absturz mit in die Tiefe gezogen hat. Dafür liebe ich sie noch immer viel zu sehr.
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